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Vortragsveranstaltung am 11.August 2011

19:30Uhr im Infoladen Landshut, Wagnergasse 10

Jean Améry, geb.1912 als Hans Mayer in Wien, aufgewachsen im katholischen Bad Ischl, 1938 nach Belgien emigriert, als Résistancekämpfer in der Festung Breendonk gefoltert und nach Auschwitz deportiert, veröffentlichte mit „Jenseits von Schuld und Sühne“ 1966 eine erste autobiographisch-essayistische Analyse seiner Opfer-Existenz. Zahlreiche Essays und zeitgeschichtliche Beiträge folgten. In einer permanenten kritischen Revision des eigenen Werks erklärt Améry seine Hinwendung zum Existenzialismus als identitären Rettungsanker des eben befreiten Auschwitzhäftlings, das Unbehagen ob der „abgesagten Revolution“ von 1968 und der Hinwendung zum Strukturalismus. Sein Ressentiment gegenüber „diesem friedlichen, schönen, von tüchtigen und modernen Menschen bewohnten Lande“ mitsamt seiner, sich dem „ehrbaren Antisemitismus“ verschreibenden neuen Linken erscheint mehr als 30 Jahre nach seinem Freitod luzide und von erschreckender Aktualität.

Am 11.August soll ein Einblick in Amérys Werk gegeben werden, insbesondere in Hinblick auf seine Überlegungen zu jüdischer Identität, antideutschem Ressentiment, seine Kritik der Neuen Linken und des Strukturalismus. Es referiert die Genossin Theresa Schmidt.

Von der Hamas, über die Partei mit dem beschaulichen Namen „Die Linke“, bis hin zum „friedfertigen“ Liebhaber des Völkerrechts sind sie sich mal wieder alle einig: Der Jude Israel ist schuld! Das dahinter nur die Projektionsleistung  steht sich von den Zurichtungen der Moderne befreien zu wollen, um sich endlich der ersehnten  Zärtlichkeit der Völker hingeben zu können ist das Wesen der „Israelkritik“.

Daher ist es sehr erfreulich, dass die Freunde und Genossen von der Gruppe Monaco aus München die Waffe der Kritik schärfen:

Warum es um Israel geht und nicht um Völker, Kulturen und Gemeinschaften!

Vortrag von Justus Wertmüller (Redaktion Bahamas, Berlin)

Am 12.6.2010 stand es in Berlin 300 zu 20.000. Vor dem Karl-Liebknecht-Haus hatten sich auf Initiative der Redaktion Bahamas Freunde Israels versammelt und gegen die Linkspartei, die dort ihr Hauptquartier hat, protestiert. Gegen eine Partei, deren Mitglieder sich im Bundestag nicht von ihrem Platz erheben, wenn der israelische Staatspräsident zu Gast ist, deren Bundesvorstand die KomplizInnen des globalen antisemitischen Terrors wie Helden feiert, und die schon lange danach giert, mit der Hamas freundschaftliche Beziehungen aufzubauen. Fast zeit- und ortsgleich, aber von der Polizei gut abgeschirmt, marschierten die 20.0000, also die Linkspartei und ihre Freunde gegen Krise und Sozialabbau durch die Ostberliner Innenstadt. Von den Gewerkschaften bis zu den Autonomen, den Sozialverbänden bis zur Antifa waren alle auf den Beinen, die am offen israelfeindlichen Kurs der Linkspartei nichts auszusetzen haben, Leute, zu deren Lieblingslektüre die Krimis des bekennenden Antisemiten Henning Mankell mit Sicherheit gehören.

Es besteht kein Grund, auf Kundgebungen gegen Streichungen von Sozialleistungen sich zu Israel zu äußern, werden viele einwenden. Recht hätten sie dann, wenn man von den aufrufenden Gruppen wüsste, dass sie – wie ganz offiziell der DGB zur Histadrut – freundschaftliche Beziehungen zu Menschen und Institutionen in Israel pflegen. Nicht zu den marginalen und offensichtlich durchgeknallten „Friedens“- und Linksaktivisten – nein, zum ganz normalen Israel. Weil genau das nicht der Fall ist, die internationale Solidarität stattdessen in Ramallah oder Gaza ihre Bündnispartner erkennt, ist das Schweigen über Israel auf Demonstrationen gegen den Sozialabbau immer auch das Einverständnis mit dem weltweiten Hass gegen Israel.

Dieser Skandal, der als solcher nicht wahrgenommen wird, ist keineswegs allein einer für dezidierte Freunde des jüdischen Staats. Was soll denn internationale Solidarität überhaupt bedeuten, wenn darin nicht wenigstens einige gemeinsame Grundüberzeugungen zwischen den Parteien, Ländern, „Völkern“ etc., die sich da über die Landesgrenzen hinweg die Hand reichen sollen, benannt werden können? Es scheint so, dass Solidarität genauso wie Humanismus, Freiheit etc. zu Leerformeln verkommen sind, die keinen positiven Gehalt mehr haben. Positiver Gehalt könnte heißen: Für die Gleichberechtigung der Frauen und Mädchen – überall, für frei ausgeübte Sexualität aller Mitglieder jeder Gesellschaft, für die Vorrangstellung des Einzelnen gegen die Zumutungen von Kultur, Religion oder Gemeinschaft. Müsste diese hier im Westen erreichten und natürlich ungenügenden Standards nicht Grundlage jeder Solidarität zwischen Leuten aus Metropole und Peripherie, wie man früher sagte, sein? Offensichtlich nicht. Internationale Solidarität wird allein negativ bestimmt: Wer „unsere“ Ressentiments gegen den Westen, die Zivilisation, den Schutz des Einzelnen teilt, ist unser Freund. Anders ist der Pakt gegen Israel mit Ländern und Volksgemeinschaften nicht zu erklären, in denen eine Frau auch dann als Ehrlose mit schlimmsten, häufig tödlichen Verfolgungen zu rechnen hat, wenn sie vergewaltigt wurde. Hierzulande ist man so westlich, wie islamistisches oder völkisches Landrecht sich nicht anmaßt, z.B. nach deutschen Frauen auszugreifen. Das Elend der Frauen aus der scharia-hörigen Nachbarschaft interessiert schon keinen mehr.

Immer dann, wenn Israel „kritisiert“ wird, also in Wirklichkeit Vorbehalte gegen seine staatliche Souveränität geäußert werden, manifestiert sich ein Unbehagen an der Zivilisation, als deren am meisten gefährdeter Repräsentant sehr richtig Israel erkannt wird, der Staat, mit dem man nicht solidarisch sein will. Die zynische Diskreditierung von historischen Errungenschaften, die in den Begriffen „Westen“ und „Zivilisation“ trotz allem Verrat an der Sache, eben doch liegen, ist Gegenstand des Vortrags.

Vortrag & Diskussion mit Justus Wertmüller (Redaktion Bahamas, Berlin)

Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 20:00 Uhr

Neokeller, Massmannstraße 10, 80333 München

Eine Veranstaltung des Neokellers in Kooperation mit der gruppe monaco///verein freier menschen (ao)


Jour Fixe

Der Salon de la Critique lädt ein zur Jour Fixe am 30.Mai. Gegenstand der Jour Fixe ist der Essay „Antisemitismus und Nationalssozialismus“.  Moishe Postones Essay aus den 70ern stellt einen der ersten Versuche dar, den Antisemitismus des Nationalsozialismus materialistisch zu fassen. D.h. nichts anderes als die Kategorien der marxschen Kritik der politischen Ökonomie auf den Antisemitismus des NS anzuwenden.

Bei Interesse könnt ihr euch per Email bei uns melden.

Beginn und Ort der Veranstaltung, sowie den TExt als PDF erhaltet ihr von uns per Email.

Au revoir

die Salonkommunisten

encore une fois

am 6.März findet ein Tagesseminar mit Ingo Elbe von der Roten Ruhr Uni statt. Das Thema des Seminars ist „Lesearten der Marxschen Theorie“. Das Semianr kostet 10 Euro, für Schüler/Studenten/Arbeitslose  kostet es etwa 8 Euro (je nach dem). Der Veranstaltungsort ist der Infoladen Landshut in der Wagnergasse 10. Anmeldung und Anfrage wegen Schlafplätzen: salondelacritique@web.de

am 6.Februar findet im Anschluss an den Vortrag von Gerhard Scheit vom Cafe Critique ein  Tagesseminar zum Thema „Der Wahn vom Weltsouverän – Zur Kritik des Völkerrechts“ statt. Beginn des Seminars ist 10 Uhr. Veranstaltungsort ist der Schwarze Hahn (Nahensteig 189 Landshut). Das Semianr kostet 10 Euro, für Schüler/Studenten/Arbeitslose  kostet es etwa 8 Euro (je nach dem). Anmeldung und Anfrage wegen Schlafplätzen:  salondelacritique@web.de

„Zionismus und die aktuelle Situation im Nahen Osten“

Vortragsveranstaltung mit Dr. Stefan Grigat

26.01: 19:30Uhr in der VHS Landshut (Ländgasse 41)

Nationalismus und Antisemitismus heißt die Ideologie jener, die sich nicht in ein kritisches Verhältnis zu Staat und Gesellschaftlichem Verhältnis setzen mögen. Anders verhält es sich mit dem Israelischen Nationalismus. Dem sich entfesselten Wahn ausgesetzt, ist der Zionismus als jüdischer Nationalismus nicht jener Ideologie geschuldet, er ist viel mehr die bis heute einzig zu realisierende Antwort auf diese Raserei. Er ist die Reaktion auf den historische Zusammenhang der Katastrophen und die Abwehr der kommenden, dass „Nie wieder“, um welches sich die Juden schließlich selbst zu kümmern haben.


… ihnen folgende Veranstaltungen im Februar und März präsentieren zu dürfen:

05.Februar 2010

Dr. Gerhard Scheit stellt sein neues Buch vor:

„Der Wahn vom Weltsouverän – Zur Kritik des Völkerrechts“

Der Wahn vom Weltsouverän untergräbt den westlichen Begriff des Souveräns wie er Israel als Widersacher des ewigen Friedens der Völker attackiert. Wenn dagegen der Judenstaat das Leben derer verteidigt, die unausgesetzt der antisemitische Haß bedroht, verteidigt er zugleich jenen Begriff. Es bleibt das Staunen, mit welcher Bestimmtheit die Erkenntnisse von Hobbes, Marx und Freud die Denunziation des Wahns explizieren können, die Israels Defense Forces täglich in die Praxis umsetzen müssen. Ihm verdankt sich dieses Buch.

Im Anschluss wird es am 06.Februar ein Tagesseminar mit Gerhard Scheit zu seinem neuen Buch geben.

Anmelden kann man sich über salondelacritique@web.de

Ihr erfahrt dann den Beginn und en Ort des Seminars. Das Seminar wird ca. 10 Euro kosten. Für Schüler und Studenten gibt es eine Ermäßigung. Wer einen Schlafplatz brauchen sollte kann sich unter unserer E-Mail melden.

05.März 2010

Dr. Ingo Elbe referiert über:

Privateigentum – „tief im Wesen des Menschen“ begründet? Zur Entstehung und Kritik des bürgerlichen Eigentumsbegriffs.

Der Begriff des Privateigentums ist einer der zentralen Begriffe, auf dem die moderne Gesellschaft ihr Selbstverständnis aufbaut. Privateigentum wird als „dem“ Menschen angemessene Aneignungs- und Rechtsform von Gütern begriffen – die bürgerliche Gesellschaft damit als vernünftig und dem Wesen des Menschen angemessene legitimiert. Die bei weitem einflussreichste Fassung, ja die Begründung des modernen Privateigentumsbegriffs findet sich in der 1689 veröffentlichten Zweiten Abhandlung über die Regierung von John Locke. Locke leitet das Recht auf Privateigentum aus dem Wesen des Menschen ab, genauer: aus der „Vermischung“ seiner Fähigkeiten mit Sachgütern durch Arbeit. Privateigentum wird damit erstmals in der politischen Ideengeschichte systematisch als vorsoziales Rechtsinstitut begründet und damit dem aufstrebenden Bürgertum eine nachhaltige Legitimationsgrundlage geschaffen, die noch im BGB nachwirkt. Auch viele Kritiken am Kapitalismus wurden von dieser „Arbeitstheorie des Eigentums“ geprägt („Eigentum (der Ausbeuter) ist Diebstahl“, „Recht auf den vollen Arbeitsertrag“ usw.). Der Vortrag soll Lockes Ansatz in seinen Grundzügen und ideengeschichtlichen Konstellationen vorstellen und einer Kritik unterziehen. Die Widersprüche des ökonomischen Liberalismus sollen dabei ebenso deutlich werden, wie die gemeinsamen (falschen) Grundlagen, die viele linke Eigentumstheorien mit ihrem liberalen Widerpart teilen.

Am folgenden Tag dem 06.März wird es mit Ingo Elbe ein Tagesseminar geben zum Thema „Lesearten der Marxschen Theorie“.

Anmeldung unter slaondelacritique@web.de. Das Seminar wird 10 Euro kosten, für Schüler nd Studenten wird es eine Ermäßigung geben. Zeit und Ort werdet ihr nach eurer Anmeldung erfahren.


ça ira Verlag und AG Kritische Theorie präsentieren

KOMMUNISTISCHER LITERATURSALON NÜRNBERG
27. und 28. November 2009

Zwecks Anreise werden wir am Freitag den 27.November um 16:32Uhr in den Zug nach Nürnberg steigen. Wer sich uns anschließen möchte, ist herzlich eingeladen, dies zu tun.

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